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Hauskünstlerin Milla Viljamaa

folkBALTICA 2020

Das Klavier wird in der Folkmusik normalerweise als Backing-Instrument betrachtet, also als ein Instrument, das eine begleitende Funktion hat und das die Solisten, den Gesang oder die Melodie unterstützt. Einige Geiger und Sänger empfinden es vielleicht sogar als nebensächlich. Nun präsentiert folkBALTICA zum ersten Mal eine Pianistin als Hauskünstlerin. Aber sie ist keine nebensächliche Begleiterin, denn außer, dass sie eine inspirierende Begleiterin mit offenem Ohr ist, ist die Finnin Milla Viljamaa mindestens im gleichen Maß Solistin, Komponistin, Musiktheoretikerin und mitunter sogar bildende Künstlerin. Man könnte sie sich fast als einen Renaissancemenschen vorstellen, wenn man ihre vielen Veröffentlichungen hört oder durch ihr Instagram- oder Facebook-Profil scrollt. Sie ist ein Mensch und eine Künstlerin mit weitgefassten Interessen und Arbeitsgebieten und bestimmt keine unbedeutende Begleiterin.

Milla Viljamaa wurde 1980 in der Provinzstadt Kerava, 30 Kilometer nördlich von Helsinki, geboren, wo sie als Vierjährige mit dem Klavierspiel und im Alter von sieben mit dem Studium von Musiktheorie begann. Ihre künstlerische Lauahn führte sie in Finnlands „Folkmusikhauptstadt“ Kaustinen und an die Sibelius-Akademie, die sie mit einem Master in Folkmusik abschloss. Als Künstlerin bewegt sie sich in vielen Genres, vom finnischen Tango, über Rock, Pop, Kammermusik bis hin zu Theater, Oper, Ballett und natürlich Folkmusik. Seit vielen Jahren spielt Milla im Duo mit der Akkordeonistin Johanna Juhola. 2002 gewannen die beiden den Astor-Piazzolla-Preis in Italien für ihre bahnbrechende Arbeit mit dem besonderen finnischen Tango. Für das Soloalbum „Minne“ bekam Milla Viljamaa 2012 den Hauptpreis der finnischen Komponistenvereinigung Teostos – einer der größten Kunstpreise in Skandinavien. Sie spielt gleichzeitig expressiv und lyrisch. Vielleicht liegt das am Tango, der ihr sehr nahe steht. Oder wie sie sagt: „Der finnische Tango hat schöne und in der Regel traurige Melodien, und die Texte sind faszinierend und poetisch.“ 

Milla Viljamaa hat sich in das traditionelle finnische Instrument Harmonium verliebt – eine kleine, kompakte und reisefreundliche Tretorgel, die sie auch zum Festival mitbringt, wo sie als Solistin beim Eröffnungs- und Hauptkonzert und im Duo mit Johanna Juhola auftritt. Und wir können sie im von folkBALTICA eigens für dieses Festival zusammengestellten pan-skandinavischen Quartett „Milla’s Nordic Lights“ mit der norwegischen Geigerin Ragnhild Furebotten, der dänischen Sängerin Helene Blum und der schwedischen Nyckelharpa-Spielerin Josefina Paulson in zwei Konzerten am gleichen Abend erleben. Sie sagt dazu selbst: „Es ist wichtig, Türen und Fenster immer wieder zu öffnen, damit die Kreativität in verschiedene Richtungen wachsen kann.“ 

Willkommen in Sønderjylland-Schleswig, Milla. Lass die Kreativität wachsen und Deine musikalische Poesie und Dein Licht strahlen!